Schutzzonenkonzepte


Vielen Städten und Gemeinden ist die Erhaltung der bauhistorischen schützenswerten Bausubstanzen sowie des charakteristischen Städtebildes und somit die künftige Hintanhaltung strukturverträglicher Bebauung eine zentrale Zielsetzung. Damit wird dem häufig auch in Stadterneuerungsprozessen dokumentierter Wunsch der lokalen Bevölkerung nach Identifikation und Unverwechselbarkeit durch die Wahrung der historischen Stadt- und Ortskerne Rechnung getragen. Gleichzeitig sind auch eine angemessene und sensible Weiterentwicklung und die Ermöglichung eines zeitgemäßen Wohnstandortes sicherzustellen.

Das NÖ-Raumordnungsgesetz 2014 schafft durch das Instrument der Schutzzonenfestlegung und spezifischer Bebauungsbestimmungen den rechtlichen Rahmen.

Die Gemeinden Baden und Bad Vöslau, Brunn am Gebirge, Mödling, Neunkirchen, Wr. Neustadt und aktuell die Stadt St. Pölten konnten wir bereits erfolgreich in ihrem Prozess zur Erstellung und Verordnung eines Schutzzonenkonzeptes unterstützen und in intensiver Zusammenarbeit mit em Bundesdenkmalamt und den Dienststellen der des Landes Niederösterreich begleiten.

 

Zwischenergebnisse und Erfahrungen wurden in der Broschüre "Neue Schutzzonen Modelle" zusammengefasst.



Städte und Gemeinden mit "Neuen Schutzzonenmodellen"

       Stadtgemeinde Baden bei Wien

Die weitgehend geschlossen erhaltene Biedermeierbebauung charakterisiert das bauhistorisch bedeutende Zentrum Badens, wobei bereichsweise auch im Kern mittelalterliche Bebauung erhalten geblieben ist. Die Baustrukturen der umgebenden ehemaligen Vorstadtviertel zeigen punktuell Reste dörflicher Bebauung, im 19. und 20. Jahrhundert entstehen gleichzeitig mit der Entwicklung zum Nobelkurort ausgedehnte Villenviertel, insbesondere im Bereich des Rings, entlang der Schwechat Richtung Helenental und an den Abhängen des Wienerwaldes.

(vgl. Dehio Niederösterreich, 2003)

INFOS

  • Gemeindegröße: 26,88 km
  • EinwohnerInnen: 25.142 (01.01.2012)
  • Gebäude unter Denkmalschutz: 120

       Stadtgemeinde Bad Vöslau

Charakteristisch für das Stadtbild sind die planmäßig angelegten Villenviertel des 19. und 20. Jahrhunderts an den westlichen Abhängen des Wienerwaldes sowie die erhaltenen dörflichen Strukturen (z.B. Gainfarn). Gleichzeitig zur touristischen Entwicklung als Kurstadt wurde Bad Vöslau auch bedeutender Industriestandort (Errichtung der Kammgarnspinnerei und Arbeitersiedlung ab 1843). (vgl. Dehio Niederösterreich, 2003)

INFOS

  • Gemeindegröße: 39,11 km
  • EinwohnerInnen: 11.360 (01.01.2012)
  • Gebäude unter Denkmalschutz: 20

       Marktgemeinde Brunn am Gebirge

Der bedeutende Weinbauort im Süden von Wien verfügt im Bereich der ehemaligen Hauptstraße (Leopold Gattringer Straße) über einen reichen Bestand an historischen Hauerhäusern mit teilweise spätmittelalterlicher Substanz sowie Villenbebauung in den südwestlich gelegenen Hanglage. (vgl. Dehio Niederösterreich, 2003)

INFOS

  • Gemeindegröße: 7,26 km
  • EinwohnerInnen: 11.348 (01.01.2012)
  • Gebäude unter Denkmalschutz: 20

       Stadt Mödling

Der Kontrast zwischen der Felslandschaft und den Weinbauflächen an den Hängen des Wienerwaldes im Westen und der gewerblich-industriellen Zone im Osten spiegelt sich auch in der differenzierten Siedlungsstruktur wieder, die im historischen Stadtzentrum durch die spätmittelalterliche/ frühzeitliche Bebauung der ehemaligen Marktsiedlung und die umgebende villenartige Wohnbebauung /z.B. Cottageviertel) des 19. und 20. Jahrhunderts geprägt ist.

(vgl. Dehio Niederösterreich, 2003)

INFOS

  • Gemeindegröße: 9,95 km
  • EinwohnerInnen: 20.514 (01.01.2012)
  • Gebäude unter Denkmalschutz: 79

       Satdtgemeinde Neunkirchen

Das Stadtzentrum wird durch seinen mittelalterlichen Siedlungskern aus dem 11. Jahrhundert geprägt. Wurden die umliegenden Bereich im 19. Jahrhundert noch stark von der zunehmenden Industrialisierung beeinflusst, hat sich das Ortsbild in den letzten Jahrzenten entsprechend der Funktion als Versorgungs- und Dienstleistungszentrum gewandelt.

(vgl. Dehio Niederösterreich, 2003)

INFOS

  • Gemeindegröße: 20,38 km
  • EinwohnerInnen: 12.240 (01.01.2012)
  • Gebäude unter Denkmalschutz: 33

       Stadt Wr. Neustadt

Im 15. Jahrhundert erlebte Wiener Neustadt unter den Habsburgern seine Blütezeit, als die Stadt Kaiser Friedrich III über lange Zeit als Resident diente. Das mittelalterliche Stadtzentrum ist eine bemerkenswerte Leistung der damaligen Stadtplanung. Die beginnende Industrialisierung im 19. Jahrhundert führte zu einem starken Zuzug von Arbeitskräften, die Errichtung von Großsiedlungen und Wohnhausanlagen war die Folge. (vgl. Dehio Niederösterreich, 2003)

INFOS

  • Gemeindegröße: 60,69 km
  • EinwohnerInnen: 41.537 (01.01.2012)
  • Gebäude unter Denkmalschutz: 145

       Stadt St. Pölten

Der Magistrat der Stadt St. Pölten erarbeitet aktuell ein Schutzzonenkonzept für das gesamte Gemeindegebiet als Grundlage der Überarbeitung von Bebauungsplänen. Hierfür  beschloss der Gemeinderat der Stadt St. Pölten Mitte 2018 die Erstellung eines Schutzzonenkonzeptes. Bei diesem Konzept geht es darum, schützenswerte Objekte, die nicht unter den Denkmalschutz fallen, zu erhalten.

 

Das Schutzzonenkonzept wird von unserem Büro als Raumplaner in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen der Stadt St. Pölten, sowie unter Einbeziehung des Bundesdenkmalamtes und der Fachstellen des Landes NÖ erarbeitet.

 

Als Grundlage für dieses Schutzzonenkonzept dient die Österreichische Kunsttopographie„St. Pölten“, Band LIV. Diese Topographie weist 1.594 Kunstdenkmäler im Gemeindegebiet auf, wovon 213 Objekte im Sinne des Bundesdenkmalschutzgesetzes auch tatsächlich geschützt sind. Die überwiegende Anzahl dieser Kunstdenkmäler befindet sich in der Katastralgemeinde St. Pölten.

INFOS

  • Gebäude unter Denkmalschutz: derzeit in Überarbeitung